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Schreibwettbewerb zum Welttag des Buches

Zum diesjährigen Welttag des Buches, am 23.4.2020, rief die Stadtbücherei zu einem Schreibwettbewerb auf. Mitmachen konnte jeder. Bedingung war, die Geschichte durfte nicht länger als eine DIN A4 lang sein und musste diese fünf Wörter enthalten: Urlaub, Autobahnpolizei, chillen, Springbrunnen und Pfannkuchen.

Fast 100 Einsendungen haben die Mitarbeiter*innen der Bücherei zugeschickt bekommen. Alle Altersgruppen waren vertreten, ganze Familien haben mitgemacht. Es gab lustige, spannende, fantastische Geschichten – aber auch welche, die zum Nachdenken anregen. Die Kurzgeschichten waren so toll, dass eigentlich alle einen Preis verdient hätten.

 

Deshalb wurden die Gewinne aufgestockt. Es wurde ein 1. - 3. Platz für Kinder und Jugendliche vergeben und ein 1. - 3. Platz für Erwachsene. Außerdem wurde ein Sonderpreis für das schönste Gedicht ausgelost. Die Gewinner*innen werden schriftlich benachrichtigt.

Das Team der Stadtbücherei bedankt sich ganz herzlich, bei allen die teilgenommen haben.

Hier sind die Gewinnergeschichten. Viel Spaß beim Lesen!

Platz 1 - Kinder und Jugendliche

Umzugslaune

„Wir fahren in den Sommerferien weg“, sagt Patrizia und wirft einen Stein wütend an einen Baum. Patrizia ist 14 Jahre alt und geht in die 8 Klasse. Ihre beste Freundin Julia fragt sie: „Erstens, warum so grantig? Und zweitens wie lange bist du weg?“  Patrizia schluckt: „Es ist gar kein Urlaub wir ziehen um. Du weißt doch,  dass mein Vater bei der Autobahnpolizei arbeitet. Und jetzt wurde er versetzt. Und zwar aufs Land!!! Mitten in die Walapampa.“ „Dann müssen wir die Zeit nutzen die wir noch haben!“, sagt ihre Freundin. Ein Duft von Pfannkuchen erfüllt die Luft und lockt die beiden Mädchen ohne Worte ins Haus.

„Wollen wir in die Einkaufsstraße?“, fragt Julia nach dem sie gegessen haben. Patrizia antwortet: „Gern. Was wollen wir dort machen?“ „Komm´ mit zum Juwelier! Ich muss dir was zeigen!“, sagt Julia. Als sie angekommen sind zeigt sie auf zwei Armbänder und fragt: „Wollen wir uns diese kaufen?“ „Ja super Idee, dann haben wir Freundschaftsbänder!“ antwortet Patrizia. Mit Armbändern und Cola in den Händen laufen sie bis zum Springbrunnen. „Komm wir setzen uns hier hin, denn ich muss dir unbedingt auch was sagen!“ gibt Julia den Ton an. Doch in dem Moment fängt ihr Handy an zu klingeln. „Meine Mum…“, sagt Julia und schaltet das Handy auf laut. „Hallo Mum,   Patrizia hört mit.“ „Hallo ihr beiden, kommen wir gleich zum Punkt. Julia wann kommst du nach Hause? Du musst noch deine Umzugskartons packen! Denk an den Umzug!“ sagt Julias Mutter. Patrizia ist auf einmal ganz verblüfft und fragt: „Ihr zieht auch um? Und wo geht es den bei euch hin? Fahrt ihr auch in den Sommerfeien?“ Ihr sprudeln die Wörter aus dem Mund. Julia erwidert: „Das wollte ich dir gerade sagen, aber“ ihre Mutter unterbricht sie: „Das könnt ihr auch später regeln! Also wann kommst du nach Hause?" Julia rollt mit den Augen und sagt genervt: „Um 18:30 Uhr! Mum." Und legt auf. „Ja wir ziehen auch in den Sommerferien um. Wir ziehen in den Amselweg 11. und ihr?", erwidert Julia nicht mehr so genervt. Patrizia grinst auf einmal: „nach Finndenau?" Julia nickt. Aus dem Grinsen wurde ein breites Lächeln. Sie nimmt ein Schluck Cola und sagt: „Halt dich fest! Wir Ziehen in den Amselweg 13. Ist das nicht cool?“ Julia tat so als würde sie scharf nachdenken würde Und sagt mit piepsiger Stimme: „Wenn man es kombinieren würde wären wir dann Nachbarn. Und“ Patrizia unterbricht sie: „ Da sich  Finndenau 70 Kilometer entfernt liegt müssen wir die letzten zwei Wochen hier genießen. Wo wollen wir jetzt hingehen?“ Die ganze schlechte Laune über den Umzug ist verflogen. Ganz im Gegenteil sie freute sich drauf. Julia schaltete ihr Handy ein das sie immer noch in der Hand hielt. Und sagt: „Jetzt ist es 15:56 Uhr. Ich stelle einen Wecker für 18:00 Uhr. Dann haben wir noch ca. zwei Stunden bevor wir nach Hause müssen.“ „Lets go!!“ antwortet Patrizia. 

Zwei Monate später klopft es an Patrizia`s Fenster. Es ist Julia, aus Zufall hat Patrizia das Zimmer bekommen das gegenüber dem von Julia ist, zwischen Fenstern ist  nämlich ein großer Baum auf dem sie vom einen Zimmer zum anderen kommen ohne je einmal den Boden zu berühren. Patrizia öffnet das Fenster und sagt: „Komm rein dann können wir quatschen und chillen.“ Inzwischen hat sich Patrizia an das Landleben gewöhnt. Und sonst ist ja noch Julia da.

Platz 1 - Erwachsene

Die Pfanndemie

Da war sie wieder, die Autobahnpolizei an der Wittenberger Straße. Früher hatte ich mich immer gefreut, die Polizeiautos hinter dem Zaun zu sehen. Aber nicht heute. Nicht schon jetzt! Ich war so was von schlechter Laune! Meine ganze Familie hatte schlechte Laune. Schweigend und missmutig saßen wir alle in einem vollgepackten Auto und fuhren nach Hause. Der Urlaub war schon zu Ende, bevor er richtig begonnen hatte. Es war so ungerecht! Hatten wir nicht schon genug hinter uns? Im März waren die Schulen geschlossen worden. Homeschooling, Homeoffice, keine Freunde treffen, keine Großeltern sehen, kein Eisessen. Über Wochen! Schließlich war Schritt für Schritt alles wieder hochgefahren worden. Aber normal war es immer noch nicht! Außerdem schienen die Politiker sich große Sorgen, um unser Lernen zu machen und hatten beschlossen, die Sommerferien zu verkürzen, damit wir weiter zur Schule gehen könnten. Pah! Als wären die Wochen daheim das reinste Chillen gewesen! Als man schließlich wieder verreisen durfte, war der Jahresurlaub meiner Eltern schon fast aufgebraucht. Aber wenigstens für ein verlängertes Wochenende wollten wir weg, Zelten in den Dünen von Römö, was hatten wir uns gefreut! Doch je näher der Abreisetag rückte, desto nervöser wurden meine Eltern, denn die Infektionszahlen von Covid- 19 waren zuletzt wieder angestiegen. Und dann, nach zweieinhalb Stunden Autofahrt an der Grenze zu Dänemark: Die Zöllner waren gerade dabei, wieder alles dicht zu machen. Wir kamen nicht durch. Also wieder zurück nach Hause.
Nachdem alles ausgepackt war, lief ich zu meinem Lieblingsgeheimplatz im Liether Wald. Ich musste alleine sein! Ich hockte mich ins Gras und begann missmutig, Steine in den Busch vor mir zu werfen. Auf einmal hielt ich einen Stein in der Hand, der sich irgendwie anders anfühlte. Größer war er auch. Doch ich war noch zu wütend, um ihn genauer zu betrachten. Mit voller Wucht warf ich ihn zu den anderen. Doch da geschah etwas: Auf einmal spritzte eine Wasserfontäne empor! Und unter dieser Wasserfontäne wuchs langsam ein Springbrunnen aus der Erde! Ich staunte nicht schlecht, als ich langsam an das Becken herantrat: Auf dessen Boden glitzerten und glänzten jede Menge Münzen, einige sahen sehr alt aus und waren mit Symbolen und Schriftzeichen verziert, die ich nicht entschlüsseln konnte. Durch das leise Plätschern des Brunnens hindurch erklang eine helle Stimme: „Wirf eine Münze in den Brunnen und wünsche dir was!“ Versuchen kann man’s, dachte ich, und griff in meine Hosentasche. Ich hatte keine Münze bei mir. Nur irgendwelche Krümel und kleine Steinchen und Reste eines mitgewaschenen Taschentuchs. Egal, dachte ich. Seit Monaten hatte ich nur einen großen Wunsch. Ich warf alles aus meiner Tasche in den Springbrunnen und wünschte mir: Es soll kein Coronavirus mehr auf der Welt geben! Da machte es „puff“, und der Brunnen war weg. Das alles war so schnell gegangen und außerdem so unwirklich, dass ich dachte, ich hätte mir alles nur eingebildet. Darum habe ich auch niemandem davon erzählt. Doch am nächsten Morgen rief meine Mutter aufgeregt aus dem Badezimmer: „Im Radio heißt es, dass alle Patienten, die mit Covid-19 auf der Intensivstation lagen, auf einmal symptomfrei sind! Das ist gleichzeitig in mehreren Krankenhäusern passiert!“ Im Laufe des Tages gab es dann eine Eilmeldung nach der anderen: Auf dem ganzen Erdball waren die Corona-Patienten auf einmal geheilt. Auch diejenigen, die zu Hause in Quarantäne bleiben mussten, waren plötzlich gesund. Alles rätselte, niemand konnte ich einen Reim darauf machen. Unerklärbar war auch ein anderes Phänomen: Bei jedem Geheilten tauchte plötzlich ein Pfannkuchen auf. Meistens irgendwo in der Wohnung, aber manchmal auch in der Kleidung. Unsere 86-jährige Nachbarin zum Beispiel schwang sich frisch genesen aus dem Bett und wollte in ihre Pantoffeln schlüpfen – da trat sie in einen Pfannkuchen. Ein bekannter Politiker zog anstelle seiner Rede einen Pfannkuchen aus seiner Tasche, einige hatten den Pfannkuchen plötzlich auf dem Kopf. Für die einen sehr ärgerlich: „Erst so krank, und dann noch einen fettigen Pfannkuchen in den Haaren!“ Die Kinder rund um den Erdball freuten sich. Endlich konnten sie wieder zu ihren Großeltern, und dann gab es auch noch köstliche Pfannkuchen! Vor allem in den ärmeren, stark von Corona betroffenen Ländern war die Freude riesengroß: Alle waren wieder gesund und konnten sich satt essen. Statt von der Pandemie sprach man bald nur noch von der Pfanndemie. Viele kluge – und weniger kluge – Köpfe rätselten, wie all das hatte geschehen können. Ich selbst machte mir natürlich auch meine Gedanken. Den wundersamen Stein habe ich lange gesucht, aber nie wieder gefunden. Ob es den Springbrunnen wirklich gegeben hatte? Und wenn ja, warum waren zu meinem Wunsch dann noch die Pfannkuchen hinzugekommen? Es sollte noch lange dauern, bis ich die Lösung fand. Aber das ist eine andere Geschichte …

Platz 2 - Kinder und Jugendliche

Ein Tag der Veränderungen

Nervös lief ich im Wohnzimmer auf und ab. Heute ist es soweit, es ist der Tag, der mein Leben für immer verändern wird. Doch Reue verspüre ich keine, im Gegenteil. Er wird mein Leben bereichern Während ich also nervös durch das Wohnzimmer lief, erklang die sanfte Stimme meiner Mutter hinter mir, die für den heutigen Tag extra früher aus dem Urlaub heimgekehrt ist: „Da scheint aber jemand aufgeregt zu sein. Lange musst du aber nicht mehr warten. Sie sind ja, Gott sei dank, nicht so lange von der Autobahnpolizei aufgehalten worden.“ Seufzend ließ ich mich auf unser gemütliches Sofa fallen und jammerte: „Dabei kann ich doch so schon kaum Warten. Die Zeit vergeht so schnell, als würde eine Schnecke mit einer Schildkröte darum wetten, wer als letztes im Ziel ankommt.“ Das entlockte ihr ein herzhaftes Lachen, welches ihre Augen zum Strahlen brachte, und mich gleich mitlachen ließ. „Woher kommt immer dieser ganze Quatsch, den du von dir gibst?“ Ich legte mir gespielt empört eine Hand auf die Brust und entgegnete ihr: „Wie kannst du deinem eigenen Sohn nur vorwerfen, dass er Quatsch redet? Das ist Material, aus dem Poeten geboren worden!“ Meine Mutter schüttelte nur lachend den Kopf: „Ich mache dann mal die Pfannkuchen, sie kommen ja sicher gleich.“ Damit verschwand sie in der Küche. Eigentlich hätte ich ihr ja gerne geholfen, aber bei meiner Nervosität würde ich mich wahrscheinlich nur verbrennen. So saß ich da auf dem Sofa, etwas am chillen, wobei ich die ganze Zeit das grässliche Ticken der Uhr hörte, bis vor unserem Haus plötzlich eine Autotür zu hören war, die zugeschlagen wurde. Sofort sprang ich auf und öffnete die Haustür, wo ich sogleich meinen Ehemann auf mich zukommen sah, mit einem kleinen Engel auf den Armen. Bei diesem Anblick schmolz mein Herz dahin. Ich habe noch nie ein so süßes Kind gesehen. Ich wurde durch die Worte meines Mannes, die er an den kleinen Jungen in seinen Armen richtete, aus meinen Gedanke gerissen: „Guck mal, das ist dein anderer Papa, wir beide werden ab sofort für dich sorgen.“ Wie Raymond mit unserem neuen Familienmitglied sprach erwärmte mein Herz, und ich konnte nicht anders, als breit zu Lächeln. Er überreichte mir den Kleinen vorsichtig. „Wir haben schon so lange auf dich gewartet, Fabian, und jetzt können wir dich endlich in unseren Armen halten.“ Während ich selig vor mich hin lächelte, mit unserem Kind in den Armen, welches mich neugierig musterte, drückte mir mein Mann einen Kuss auf die Stirn und flüsterte sanft: „Wir sind jetzt perfekt. Eine kleine glückliche Familie. Ich werde es nie bereuen, ihn adoptiert zu haben.“ Lächelnd erwiderte ich ihm: „Ich auch nicht. Das ist das beste, was uns je hätte passieren können. Ich habe dich, den wundervollsten Ehemann der Welt, und ihn, den süßesten Sohn, den es gibt. Und das müssen wir feiern, meine Mom hat uns Pfannkuchen gemacht,“ Bevor Raymond überhaupt den Mund öffneten konnte, redete ich weiter, „Ja, auch mit deinen heißgeliebten Blaubeeren.“ „Jetzt knurrt mir erst recht der Magen. Ich musste schon aufpassen, dass ich unseren Kleinen nicht anknabbere, so süß wie er ist.“ Lachend nahm er Fabian wieder auf den Arm. „Claire wird glücklich sein, ihren Enkel zu Gesicht zu bekommen.“ Damit gingen wir ins Haus, wobei die Augen von dem kleinen Fabian sich leider von dem interessanten Springbrunnen in unserem Vorgarten lösen mussten, und stattdessen das Innere des Hauses betrachteten. Raymond nahm den Kleinen dann mit in die Küche, wo ich meine Mutter sogleich aufgeregt reden hörte. Ja, mein Leben war ab diesem Zeitpunkt an perfekt. Auch wenn Fabian es vielleicht schwer haben könnte, mit zwei Vätern, und das nicht jeder verstehen oder mögen wird, so ermöglichten wir ihm das beste Leben und überhäuften ihn mit Liebe. Er hat unser Leben komplett gemacht, obwohl wir vorher nicht wussten, dass uns etwas fehlt. Ich liebte diese kleine Familie so sehr. Mit diesen Gedanken ging ich dann lächelnd in die Küche, wo sich die Liebsten meines Lebens aufhielten und unser neues Glück in unserer Familie willkommen hießen.

Platz 2 - Erwachsene

Omas Jugendsprache

„Ist mir heiß! Ich muss unbedingt mal schillern, fahr kurz rechts ran, dass ich wieder Luft krieg“ sagt Oma. „Oma, das heißt chillen und nicht schillern“, erklärt mein Mann, „und rechts ranfahren darf ich hier nicht, wir sind auf der Autobahn, da kommt sofort die Autobahnpolizei. Das wird dann ungemütlich.“ Oma versucht sich in Jugendsprache, das ist manchmal ein bisschen peinlich, aber meistens lustig, und wir mögen sie und ihre Marotte. Oma stöhnt, aber sie hält durch. Wir sind nicht auf dem Weg in den Urlaub, sondern fahren zur Hochzeit von Leonie und Niklas. Wegen Corona wurde sie zweimal verschoben, aber jetzt, wo zum Glück alles überstanden ist, soll sie ganz groß gefeiert werden. „Die Hitze geht mir auf den Sack“, sagt Oma. „Du hast gar keinen Sack, und in zwei Stunden sind wir da, dann kannst du schillern“, neckt mein Mann.

Die Hochzeit wird in einem edlen Hotel gefeiert. Für alle Gäste sind Zimmer reserviert. Wir machen uns frisch, begrüßen Verwandte und Neuverwandte und wollen uns noch ein bisschen im Hotelpark bewegen. Er ist sehr gepflegt, es gibt schattige Plätzchen und sogar einen Springbrunnen, an dem sich die Kinder der Großfamilie juchzend bespritzen. Oma hört das Wort i-pod und sagt: „Wir hatten früher auch einen Pott, in dem wir immer die Eier gekocht haben, aber Eipott haben wir den nicht genannt.“ Mein Mann hebt zur Erklärung an, da lacht Oma: „War nur Spaß, ich weiß, was i-pod ist, aber tinder kenn ich nicht, das kannst du mir erklären.“

Endlich wird zum Hochzeitsmahl geladen. Hübsche Namenskärtchen verraten jedem seinen Platz an der Tafel. „Die sind der Hammer“, sagt Oma. Eins der neuverwandten Kinder sieht sie verblüfft an. Das Essen ist phantastisch. Nach dem Süppchen gibt es rohen marinierten Thunfisch auf Sojagelee an Fenchelwürfeln mit Sesamsaat und Korianderschaum. Hoffentlich sagt Oma nicht gleich, ist das geil, denke ich. Nein, sie schüttelt den Kopf und murmelt: „Pfannkuchen wären mir lieber.“

Platz 3 - Kinder und Jugendliche

Urlaub in der Coronazeit

Überall Corona - langsam nervt es. Letzte Woche hat mir meine Mama auch noch erzählt, dass wir dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren können. So ein Mist! Wir wollten eigentlich nach Süd-Deutschland auf einen Zeltplatz fahren, aber das geht nun nicht mehr, weil uns dann die Autobahnpolizei anhalten würde, sobald wir in ein anderes Bundesland fahren. Stattdessen werden wir den Sommer über wohl im Garten chillen. Ab und zu träume ich schon von unserem Corona-Sommerurlaub. 

Im ersten Traum bin ich im Pool baden gegangen und machte unter Wasser den Bogengang, für den ich gerade täglich übe, damit meine Cheerleader-Trainerin stolz auf mich ist.

In meinem zweiten Traum habe ich eine Nachtwanderung mit meinem Bruder gemacht und wir haben im Garten ein Lagerfeuer im Feuerkorb entzündet und dort gezeltet.

In meinem letzten Traum hat mir meine Mama Pfannkuchen gebacken und in unserem Garten gab es plötzlich einen Springbrunnen. Aus dem kam aber kein Wasser, sondern es floss Schokolade. Da brauchte ich meinen Pfannkuchen nur unterzuhalten. Das war echt lecker!

Ich bin sehr gespannt, was davon in meinem Corona-Urlaub wirklich passiert!

Platz 3 - Erwachsene

Inspiration, besiegt von einer Mehlspeise

Ich saß mit meiner Tasse Milchkaffee, eingemummelt in der Wolldecke auf dem Sofa, im Pyjama und sah so aus, wie Frauen eben nach einer Nacht zu Beginn der Wechseljahre eben so aussahen.
Auf dem Tisch vor mir lag mein Tablet. War es noch zu früh für einen Emailcheck?? „Egal „dachte ich griff mir das Ding und öffnete die E-Mail-App. Ah, sieh an! Ein Newsletter der Stadtbücherei. Mir fehlten die Besuche in der Bibliothek! Das Stöbern in den Regalen, das Stille Dasein von den unterschiedlichen Menschen, die stöbern, lesen, denken. Und die Stille Freude darüber, wenn ich endlich das Buch finde, dass ich schon so lange lesen wollte.
Also der Newsletter! Ein Schreibwettbewerb, wie aufregend! Eine großartige Idee in diesen Zeiten und eine willkommene Abwechslung in den Zeiten von sozialer Distanz und Stubenhocken.
Die Anforderungen für die Geschichten waren, daß in ihr die 5 vorgegebenen Schlagwörter Urlaub, chillen, Autobahnpolizei, Springbrunnen und Pfannkuchen vorkommen sollten. Konnte ich daraus eine Geschichte werden lassen? Immerhin hatte ich schon zweieinhalb Kurzgeschichten zustande gebracht. Allerdings fehlte mir für die richtige Inspiration eindeutig der dazu passende Koffeinspiegel. Ich schälte mich aus meinem Wolldeckenkokon und entlockte der Maschine noch einen leckeren, dampfenden Milchkaffee.
Wieder dachte ich an den Schreibwettbewerb, jedoch war auch dieser Milchkaffee getrunken und nun nach der Anhebung meines Koffeinspiegels hatte mich noch keine Flut von Ideen zu einer Geschichte angesprungen.
Na ja, vielleicht ereilte mich ja die Inspiration bei meinem Ausflug zu meinem Lieblingssupermarkt, meinem derzeitiges Abenteuerland??
Ich schlurfte ins Bad und machte mich Straßen tauglich. Dann schnappte ich mir meinen Einkaufs Trolley, setzte meine Nasen- Mund-Maske auf und machte mich auf den Weg.
Es war noch sehr früh und die Straßen fast menschenleer, nur ein paar andere Frühaufsteher waren unterwegs. Was wohl diese Menschen inspirierte?
Ich ging den Flamweg entlang, weiter Richtung Wehdenweg und zur Käptn Jürs Brücke. Diese erklomm ich, meinen leicht quietschenden Trolley hinter mit herziehend. Auf der Brücke blieb ich stehen, blickte auf die Krückau und genoss, dieses einzige Stückchen Natur, dass ich zurzeit zu Gesicht bekam. Der Wind zerzauste meine eh schon strubbeligen Haare und kühlte mir die Wangen ich sog den Geruch ein. Eindeutig, im Köllnwerk wurden Haferflocken geröstet. Ich mag den Geruch sehr, er ist leicht karamellig, lecker, aber auch nicht wirklich inspirierend.
Seufzend löste ich mich von dem Anblick und ging weiter, und ließ mich wieder von Beton und Asphalt inhalieren.
Bei meinem Lieblingssupermarkt angekommen, schob ich durch die Gänge und legte wichtige, wie unwichtige Dinge in meinen Wagen, dachte ich noch einmal an die Bücherei und welche Bücher ich passend zu den Schlagwörtern aussuchen würde. Urlaub…dazu fiel mir die Serie Death in Paradise ein, ob es die auch in der Stadtbücherei gab, unter den vielen DVDs?  Chillen..., vielleicht ein Jungendbuch, Rubinrot z. B., Autobahnpolizei, puh, schwierig…gab es dazu ein Wimmelbild Buch?? Springbrunnen war einfach, da kam mir sofort Dan Browns Illuminati ein, wilde Schnitzeljagd durch Rom und den Vatikan, und gleich mehrere Springbrunnen. Während meiner Überlegungen, war ich im Gang für Backzutaten angekommen.
Und da sah ich sie. Eine einsame Tüte Mehl, die erste, die ich seit 5 Woche zu Gesicht bekam. Hektisch schaue ich nach links und rechts, ob mir niemand zuvorkommt und schnappe mir die leicht lädierte Verpackung. Meins!
Glücklich ging ich zur Kasse bezahlte, packte meine erworbenen Waren in den Trolley und machte mich auf den Rückweg.
Inspirationen für eine Kurzgeschichte hatte mich keine getroffen. In meinem Kopf gab es nur noch Mehlspeisen Kekse, mein selbstgebackenes Brot und natürlich Pfannkuchen!!

Sonderpreis

5 Wörter - 5 Zeilen: Ein Limerick

Die Autobahnpolizei lachte,
Als Rast sie am Springbrunnen machte:
Ein Mensch war beim Chillen
Und Pfannkuchen grillen,
Weil Urlaub im Stau sonst nichts brachte.

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